Rock, in seiner reinsten Form, basiert auf einer Gruppe von Menschen, die sich in einem Raum versammeln. Zweifelsohne hat sie in der Ära des Coronavirus gelitten. Aber Bands haben durchgehalten. Künstler wie Soccer Mommy und Porridge Radio drückten in ihren Alben, die vor der Pandemie aufgenommen wurden, das Gefühl der Isolation im Jahr 2020 aus, während wütende Punkbands wie Dogleg und Soul Glo die Katharsis heraufbeschworen, die wir alle zu spüren hoffen, wenn wir wieder Live-Shows oder Festivals besuchen können. Dies sind die besten Rock Alben des Jahres 2020. Die Einträge sind in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Sie beinhalten einige Veröffentlichungen, die auch in unserer Gesamtliste der besten Alben des Jahres erscheinen.

Bartees Strange: Live Forever

„Genres halten uns in unseren Boxen“, singt Bartees Strange auf „Mossblerd“. Einem Song, der klingt, als würde er auseinanderfallen, während er ihn zusammensetzt. Kein Künstler will in eine Schublade gesteckt werden. Aber für Strange ist dieser Widerstand entscheidend für die Kunst, die er als schwarzer Mann macht, der in einem Bereich arbeitet, der meist mit weißen Typen assoziiert wird.

Auf seinem ersten Rock Album Live Forever ist die Art und Weise, wie der Künstler aus D.C., der aus Oklahoma stammt, Indie-Rock der 2000er Jahre (die Intimität von Bon Iver, den Bombast von Arcade Fire) mit Hip-Hop-Kadenzen, Emo-Intensität und Punk-Katharsis vermengt, von einem rechtschaffenen Trotz geprägt, als würde er alles in Echtzeit verarbeiten. Seine tiefe Vertrautheit mit jedem dieser Prüfsteine – er hat Live Forever eine EP mit National-Covern vorangestellt – erlaubt es ihm, sie von innen heraus zu explodieren und nicht nur zu überdenken, wie, sondern ob sie für ihn sprechen. Das Ergebnis ist ein komplexes und persönliches Statement über die Natur und den Wert schwarzer Kreativität und Arbeit.

Ben Seretan: Youth Pastoral

Der Eröffnungstrack von Ben Seretans Youth Pastoral baut sich von einem sanften Flötenspiel. Hinzu kommt eine mit den Fingern gezupften Gitarre zu immer knorrigeren Schichten auf. Er platzt vor Überschwang, wenn Seretan davon singt, sich „frei zu fühlen“. In den folgenden acht Songs rechnet der Singer-Songwriter aus New York und Kalifornien mit dem christlichen Glauben seiner Kindheit und den Wachstumsschmerzen des Kirchenaustritts ab. Angetrieben von treibenden Gitarren und abgemildert durch dröhnende Bläser und Synthesizer. Das zarte Youth Pastoral beschäftigt sich mit einer Frage, für deren Verständnis man keine eigene Kirchgangshistorie braucht: wie man inmitten eines turbulenten Lebens auf der Erde einen Sinn findet.

Bob Dylan: Rough and Rowdy Ways

Zumindest sollte Bob Dylans 39. Studioalbum für immer mit der Vorstellung aufräumen, dass der berühmte Songwriter seine Stimme verliert. Auf seiner ersten Sammlung von Originalmaterial seit acht Jahren klingt er ungewöhnlich gut auf die suggestive Kraft seines schroffen Instruments eingestimmt. Er nutzt kleine Veränderungen des Tonfalls, um ironische Selbstironie, brüllendes Können und eine gewisse unbehagliche Nostalgie zu vermitteln. Rough and Rowdy Ways lässt sich grob in zwei Songtypen einteilen. Die Balladen, die sich beim Zuhören fast auflösen, und die eher konventionell rockenden, bluesbasierten Nummern. Es zeugt von Dylans gespenstischer Präsenz als Sänger und der Sympathie seiner Begleiter, dass die Uptempo-Stücke oft ebenso nebelhaft und schwer fassbar wirken wie die langsamen.

Wie immer bei späten Dylan-Alben lauert der Tod in jeder Ecke. Als Aufforderung zu blutigen, Frankenstein-artigen Experimenten in „My Own Version of You“, als roter Fluss, der in „Crossing the Rubicon“ überquert werden muss, als Leiche, die in „I Contain Multitudes“ sein Bett teilt, als namenloser Rivale in „Black Rider“. Die Schwere von Dylans Stimme und die Klarheit seiner Vision erlauben es ihm, diese Gespenster als Ebenbürtiger anzusprechen, einer mit intimer Kenntnis der Dunkelheit, die sie bewohnen. In der einen Minute ist er in Frieden und erliegt fast dem, was als nächstes kommt; in der nächsten ist er bereit für einen Kampf, bereit, den Tod ein letztes Mal auf die Matte zu ringen. „Ihr Mädels meint es ernst“, brüllt er zwei „leichtfüßigen Führerinnen aus der Unterwelt“ auf dem schwadronierenden „Falschen Propheten“ entgegen. „Und das tue ich auch.“

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